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Episode 20 – Kritischer Rückblick

In dieser Episode werfen wir noch einmal einen kritischen Blick auf die vergangenen neun Episoden und nehmen zu eingegangenem Hörer-Feedback Stellung.

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Ein Kommentar

  1. Alexander Dippel Alexander Dippel

    Kritisches bzw. rationales Denken aus Sicht eines Informatikers:

    Angemerkt sei vorweg, dass das Auftreten von Gefühlen in dem Sinne als rational wahrgenommen wird, als dass diese aus logischen Prozessen hervorgehen.

    Es ist zunächst zu unterscheiden in epistemisches und instrumentelles rationales Denken. Ersteres führt zur Überzeugungsbildung, Zweiteres zur Entscheidungsfindung.

    Der Mensch sammelt sein Leben lang Informationen, bewertet sie, passt seine Überzeugungen entsprechend an und trifft Entscheidungen. Rationales Denken lässt sich daher im Wesentlichen formalisieren durch:
    – Evidenz (Effekt, der logisch mit betrachtetem Aspekt verschränkt ist)
    – Hypothesenraum / Operationenraum
    – Evaluierung von Evidenz bzgl. Hypothesen / Operationen (basierend auf bisherigen Überzeugungen, Wissen, etc.)
    – Resultierende Überzeugung / Entscheidung

    Eine neue Überzeugung bildet sich ausformuliert also, indem man neue Evidenz evaluiert, was u.A. persönliche Präferenzen und Erfahrungen miteinbezieht, und aus dem Raum möglicher Hypothesen die auswählt, die am plausibelsten erscheint. Entscheidungen analog.

    Kritisches Denken nähert nun an, wie man sich entscheiden würde, wenn man sämtliche für den jeweiligen Kontext relevanten verfügbaren Informationen kennen würde und wüsste, wie man diese optimal und ohne Zeitbeschränkungen evaluieren würde.
    Das möglichst korrekte Anwenden von Logik, Probabilistik und Statistik, Vermeiden von heuristischen Denkfehlern, Sichten und Bewerten von Evidenz, etc. ergibt sich dabei zwangläufig.

    Dies lässt sich auch in folgenden abstrakten Stufen darstellen:

    1. Absolutes/wahrheitliches Denken
    – Allwissenheit und unendliche Evaluierungskapazität
    – den Göttern vorbehalten

    2. Korrektes Denken
    – Approximiert Wahres Denken.
    – Nutzung sämtlicher verfügbarer Evidenz
    – Nutzung der besten bekannten Evaluierungsverfahren
    – Supercomputern vorbehalten

    3. Rationales Denken
    – Approximiert Korrektes Denken
    – Maximieren des Nutzens relevanter Evidenz
    – Maximieren der Qualität der Evaluierung
    – beschränkte Ressourcen
    – Vermeidung kognitiver Verzerrungen und Trugschlüsse

    Das so vorgestellte Konzept erlaubt es sogar, ethische Überzeugungen / Handlungen abzubilden.

    Ich würde mich über Anmerkungen sehr freuen.

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